Zunkuft des Tourismus

In den letzten 30 Jahren sind Reisen in ferne oder nahe Länder fast selbstverständlich geworden. Kaum einer machte sich Gedanken darüber, dass sich das mal ändern könnte. „Alles was irgendwie geht, so weit weg wie es geht und so außergewöhnlich wie möglich“, war meine Devise seit 1992! Aber auch ich habe nicht geahnt, dass es so schnell vorbei sein kann.

Urlaub wird es so wie vorher nicht mehr geben.

Rund achtzig Prozent der Touristen suchen Strand, Meer und Erholung. So ist an ihren bevorzugten Destinationen eine touristische Infrastruktur aus Hotels, Shops, Restaurants und Straßen entstanden, die ganze Küstenabschnitte einfach platt gemacht haben. Die profitorientierte Maschinerie, ausgerichtet auf Effizienz, schleuste so viele Menschen wie möglich durch ihre künstlichen Welten. Doch einige Massentouristen mussten schon in den Jahren vor 2019 erleben, wie die Tourismusindustrie an ihre Kapazitätsgrenzen gelangte.
Die Hotelanlagen, mit engen Fluren und Außenanlagen, die nur für die Hälfte der Hotelbetten ausgelegt sind, Hotelrestaurants in denen Hunderte am Buffet um das beste Schnitzel kämpfen, werden den neuen Hygienevorschriften nicht mehr genügen. Die Betreiber werden die Hotelanlagen den neuen Anforderungen entsprechend umbauen müssen oder in Insolvenz gehen.

Hoffnung gibt es dagegen für die Besitzer kleiner Hotels und Fincas, die den wenigen Touristen nun mit viel Freiraum und Exklusivität entgegenkommen. Die Definition von Urlaub unter oder nach Corona wird viel mehr auf Individualität, Freiraum und Entfaltungsmöglichkeiten fernab von Massen und stark frequentierten Begegnungszonen ausgerichtet sein. Kleine touristische Privatbetriebe können dies viel schneller umsetzen, als die in Beton gegossenen Großanlagen. Das dies nicht mehr zu den Kampfpreisen aus der Vergangenheit möglich ist, erscheint nur logisch.
Vieles spricht jedoch auch dafür, dass sehr viele Touristen zunächst im eigenen Land oder unmittelbaren Nachbarstaaten ihren Urlaub verbringen und damit den entfernteren Destinationen und Inseln erstmal fernbleiben. Speziell bei jungen Reisenden hängt die Lust auf Urlaub am Meer am Partyangebot. Ist Rauchen und Alkohol auf den Straßen verboten, überall Maskenpflicht und Tanzverbot, dann könnte die Entscheidung doch eher zu Gunsten des heimischen Baggersees ausfallen.

Angela Merkel ist für besonnene und überlegte Äußerungen bekannt. Ende Mai 2021 hörte man den Satz: „Nach Pandemie ist vor Pandemie“ aus ihrem Mund. Das lässt zumindest vermuten, dass sie mehr weiß als sie heute sagt.
Unwahrscheinlich ist, dass die Pandemie Ende 2021 für beendet erklärt wird, alle Maßnahmen entfallen und wir zum „Vor-Corona-Verhalten“ mit den alten Preisen zurückkehren.

Die Unsicherheit den Flug- und Schiffsverkehr international aufrecht zu erhalten und die Gefahr möglicher Lockdowns, wird in der Tourismusbranche präsent bleiben und dazu führen, dass der Tourismus so wie bisher nicht mehr funktioniert.

Schon im Mai 2021 startet das „Digital Green Certificate“. Das ist der europäische Impfpass, der das Reisen in Europa zu erleichtern soll. Daraus lässt sich leicht ableiten, dass das Reisen außerhalb Europas weiterhin schwierig sein wird. Hintergrund ist auch, dass man das Geld, dass Touristen im Urlaub ausgeben, gerne im eigenen Land oder zumindest in Europa halten will.


Viele Menschen haben sich schon früh nach Alternativen umgeschaut. Kurzreisen im eigenen Land, Camping und innereuropäische Trips sind die Alternativen. Jene, die sich ein Campmobil, einen Wohnanhänger, Zeltausrüstungen und Boote gekauft haben werden weniger oder gar keine Flugreisen mehr machen. Der von Frau Ursula Gertrud von der Leyen in ihrer großspurigen Art angekündigte Green Deal wird die europäischen Haushalte zusätzlich stark belasten und das Budget für kostspielige Reisen weiter schrumpfen lassen.

Leere Abflughalle Flughafen
Leere Hallen im Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía.


So werden wir zwangsläufig zu dem Tourismus unserer Eltern zurückkehren. Für die Natur sind das gute Nachrichten! Die Millionen Menschen, deren Existenz in der Vergangenheit am Tourismus hing, werden sich der wachsenden Klientel aus Asien und China zuwenden. Auch die USA werden, so es ihr Urlaub zulässt, sich wieder Fernzielen zuwenden. Dort wird man von einem Green Deal in den nächsten Jahren vermutlich noch nichts hören. Dramatisch ist das nicht, denn auch vor Corona wurden europäische Touristen in den Fernzielen mehr und mehr zu einer Minderheit.
Virologen und Umweltexperten sind sich einig, dass dies nur die erste von vielen Pandemien ist, die uns ereilen werden, wenn wir unseren Umgang mit der Natur nicht gründlich überdenken und ändern. Die Natur schlägt zurück!

Das ist nur meine persönliche Einschätzung. Der am schwersten kalkulierbare Faktor ist der Mensch. Vielleicht kehren wir auch einfach zu den alten Gewohnheiten zurück und machen einfach weiter. Bis zur nächsten Katastrophe oder Let’s cross the bridge when we get there!

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