MÜNCHEN – BAYERN

München – Die Bayern sind mit Recht stolz auf ihren Freistaat. Sie leben ihre Traditionen und sind dabei trotzdem modern und fortschrittlich, was besonders in München zum Ausdruck kommt. Was mir als Berliner in München sofort auffällt – München ist sauberer als Berlin. Hier fehlt der Müll, der sich in Ecken zu Kunstwerken auftürmt. Es fehlt die Graffitikunst auf Zügen, LKWs und auf Wänden. In Münchens Straßen sieht es aus wie frisch gefegt und die Stadt wirkt dadurch bürgerlicher als das wilde Berlin, in dem die Gentrifizierung  noch nicht den letzten Winkel erreicht hat. Die historischen Gebäude Münchens erscheinen so makellos, wie die Häuser auf einer Modelleisenbahn, wären da nicht die Kräne und die Rüstungen, wie zum Beispiel an einem der Türme der Frauenkirche. Leider habe ich nur etwa drei Tage in München Zeit und entscheide mich daher für ein klassisches Touristenprogramm. Das Siegestor ist meine erste Station. Dieser Triumphbogen ist dem Bayerischen Heere gewidmet. Zum Mittag will ich mir dann auf dem Viktualienmarkt eine echte Weiswurschtl gönnen. Doch es ist Sonntag und die Buden haben am geschlossen. Auf dem Marienplatz, auf dem gerade tausend Menschen dem Glockenspiel am Neuen Rathaus lauschen und in den umliegenden Straßen ergattere ich auch keine Weiswurschtl, da ich mich nicht alleine in ein Restaurant setzen will. So gibt es zur Brotzeit ein belegtes Baguette der Bäckerei „Rischart“. Is jo a echt bärisch. Die Maximilianstraße ist die Shopping-Meile der Schickeria. Hier finden sie die internationalen Modemarken, das Hotel „Vier Jahreszeiten“ und das GOP Varieté-Theater. Praktischer weise befindet sich am Ende der  Maximilianstraße der Sitz des Bayerischen Landtags.
Die Hauptstadt des Freistaates hat ihren eigenen Charme, dem ich jedoch nicht ganz erliege. Es sind eben nur Teile der Innenstadt mit seinen historischen Gebäuden und touristischen Hot-Spots, welche Besucher locken. Außerhalb dieser Zone kann man das Stadtbild von München schon mal mit Hamburg, Frankfurt oder Berlin verwechseln. So cruise ich die Leopoldstraße und die Prinzregentenstraße runter und bin dann im Grunde durch mit der Besichtigungstour durch München. Das Einzige was mich wirklich fasziniert hat, sind die Surfer auf der Eisbach-Wave. Das habe ich so noch nie auf der Welt gesehen und dieser Ort sollte auf keiner München Besichtigung fehlen.

Für Technikbegeisterte ist das BMW Zentrum am Petuelring und Flugwerft Schleißheim einen Besuch wert.

Schloss Neuschwanstein diente Walt Disney als Vorlage für seine Märchenschlösser, wodurch das Schloss weltweit zum Inbegriff einer mittelalterlichen Burg wurde. Dabei ist Neuschwanstein keine mittelalterliche Burg, sondern eine kompositorische Neuschöpfung des Historismus – eine steingewordene Phantasie von König Ludwig II.
Nicht jeder wird es besucht haben und nicht jeder wird es mögen. Es sei denn er ist Japaner, Chinese oder Amerikaner. Denn Schloss Neuschwanstein rangiert international nach der Heidelberger Schlossruine auf Platz 2 der beliebtesten deutschen Sehenswürdigkeiten. Von der Landstraße 17 aus übersieht man den grauen Protzklotz vor dem Hintergrund der bewaldeten Bergflanken fast. Wandert man jedoch auf den Pfaden durch die umliegenden Wälder, so eröffnen sich immer neue schöne Perspektiven auf das Bajuwaren Schloss. Was König Ludwig, um dessen Geisteszustand es wohl nicht zum Besten bestellt war, dort von schwer schuftenden Untertanen auf einen Bergrat stellen ließ, ist schon hübsch anzusehen. Wer denkt das Schloss auch in Ruhe besichtigen zu können irrt allerdings. In Gruppen zu 30 Personen wird man durch sechs Räume geschleust und nach knapp einer halben Stunde ist die Audiotour vorbei und man findet sich im Souvenirladen wieder. Eineinhalb Millionen Besucher strömen jährlich nach Neuschwanstein und bis zu 7.000 Touristen werden täglich durch das Schloss geschleust. Das ist der Preis dafür.

TOP 15

  • Ludwigstraße – historische Gebäude, Siegestor
  • Frauenkirche – eines der bekanntesten Wahrzeichen Münchens
  • Marienplatz – Neues Rathaus mit dem Glockenspiel
  • Prinzregentenstraße – „Eisbach Wave“
  • Viktualienmarkt – Markstände und Biergärten mit vielen lokalen Spezialitäten
  • der Alte Peter – Turm der Pfarrkirche St. Peter mit fantastischen Blick über die gesamte Altstadt
  • Hofbräuhaus
  • Maximilianstraße – shoppen mit der goldenen Kreditkarte
  • der Karlsplatz – alias Stachus
  • der Odeonsplatz – umgeben von der Feldherrnhalle und der Theatinerkirche
  • Wittelsbacher Residenz – das größte Innenstadtschloss Deutschlands
  • Deutsches Museum liegt auf der Museumsinsel in der Isar und ist das meistbesuchte Museum Deutschlands
  • Flugwerft Schleißheim – Aussenstelle des Deutsches Museum
  • BMW Welt am Petularing
  • die Pinakothek der Moderne – Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Top of Germany
Am 21. Dezember 2017 absolvierte die neue Seilbahn zur Zugspitze ihre Jungfernfahrt. Nach wie vor warten jedoch in der Ski-Saison hunderte Menschen am Morgen um mit den ersten Gondeln, die immerhin 120 Menschen fassen, auf den Gipfel zu schweben. Um kurz vor acht Uhr fahre ich auf dem Parkplatz, wo die neuen Parkscheinautomaten zum Glück noch außer Betrieb sind. Mit der ersten Gondel fahre ich für 45,00 € auf den mit 2.960 Meter höchsten Gipfel Deutschlands. Auch in der Bergstation blieb kaum ein Stein auf dem anderen, denn auch Bergstation und Restaurant werden derzeit noch umgebaut. Es ist jedoch der atemberaubende Ausblick bei klarem Wetter, mit einer Sichtweite von bis zu 200 Kilometern, wegen dem die meisten Menschen hier hinauf kommen.
Das Rundreise-Ticket lässt sich auch mit der Zahnradbahn kombinieren. Die Zahnradbahn benötigt für die Strecke jedoch länger und fährt nicht direkt den Gipfel an. Zwischen dem Bahnhof der Zahnradbahn und dem Gipfel nutzt man dann die Gletscherseilbahn.

Auf dem Rückweg nach München sind Garmisch-Partenkirchen, Ammersee und Starnberger See sehenswerte Abstecher für einen Tagestrip und mit etwas Glück umgeht man auf diesen Routen auch den einen oder anderen der allgewärtigen Staus.

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