ANTARKTIS – Falklandinseln, Südgeorgien, Süd Orkney Inseln & Antarktische Halbinsel

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Wir standen inmitten tausender Pinguine, sahen Robben, Seeleoparden und Seeelefanten. Wale, zum Anfassen nah und Vögel die keine Angst vor Menschen kannten. Im Sturm wurden wir seekrank bevor wir über haushohe bizarre Eisberge staunen konnten. Wir betraten den 6. Kontinent und es wurde die Reise unseres Lebens.
Der Südpol faszinierte schon immer die Forscher und Abenteurer. Doch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war es nur wenigen vergönnt, den antarktischen Kontinent zu betreten. Heute wird die Traumdestination Antarktis, soweit es die Umweltauflagen zulassen, touristisch vermarktet und wir sind zwei der 50.000 Touristen, welche die Antarktis in 2017 besuchen.

  • Humpback
    Humpback
  • Young King
    Young King
  • Chinstrap Penguin - Gold Harbour - Antarctica Peninsula
    Chinstrap Penguin - Gold Harbour - Antarctica Peninsula
  • Feeder - Falkland Islands
    Feeder - Falkland Islands
  • Chinstrap Penguin - Halfmoon Island
    Chinstrap Penguin - Halfmoon Island
  • Young Seal - South Georgia
    Young Seal - South Georgia
  • Carcas Island - Falkland Islands
    Carcas Island - Falkland Islands
  • Sea elephant - Grytviken - South Georgia
    Sea elephant - Grytviken - South Georgia
  • Chinstrap Penguin - Halfmoon Island - Antarctica Peninsula
    Chinstrap Penguin - Halfmoon Island - Antarctica Peninsula
  • Parochlus Lake - South Georgia
    Parochlus Lake - South Georgia
  • South Georgia
    South Georgia
  • Whaler ship wreak - South Georgia
    Whaler ship wreak - South Georgia
  • Skontorp Cove - Antarctica Peninsula
    Skontorp Cove - Antarctica Peninsula
  • Foyn Harbour - Antarctica Peninsula
    Foyn Harbour - Antarctica Peninsula
  • Clouds above South Georgia
    Clouds above South Georgia
  • Call of King Penguin - South Georgia
    Call of King Penguin - South Georgia
  • Happy Feed - Sailsbury Plain - South Georgia
    Happy Feed - Sailsbury Plain - South Georgia
  • Sailsbury Plain - South Georgia
    Sailsbury Plain - South Georgia
  • Sea elephant - Grytviken - South Georgia
    Sea elephant - Grytviken - South Georgia
  • Seal - Deception Island - Antarctica Peninsula
    Seal - Deception Island - Antarctica Peninsula
  • Sailsbury Plain - South Georgia
    Sailsbury Plain - South Georgia
  • Albatros - South Polar Sea
    Albatros - South Polar Sea
  • Airattack - Sunders - Falkland Island
    Airattack - Sunders - Falkland Island
  • Sailsbury Plain - South Georgia
    Sailsbury Plain - South Georgia
  • Rock Hopper - Sounders - Falkland Islands
    Rock Hopper - Sounders - Falkland Islands
  • Sailsbury Plain - South Georgia
    Sailsbury Plain - South Georgia
  • Orcas - Antarctica Peninsula
    Orcas - Antarctica Peninsula
  • Leopard seal - Antarctica Peninsula
    Leopard seal - Antarctica Peninsula
  • Cuverville Island - Antarctica Peninsula
    Cuverville Island - Antarctica Peninsula
  • Sailsbury Plain - South Georgia
    Sailsbury Plain - South Georgia
  • Moonrise - Antarctica Peninsula
    Moonrise - Antarctica Peninsula
  • Humpback whale - Cuverville Island
    Humpback whale - Cuverville Island
  • Cementary - South Orkney
    Cementary - South Orkney
  • Gold Harbour - South Georgia
    Gold Harbour - South Georgia
  • Stanley - Falkland Islands
    Stanley - Falkland Islands
  • Halfmoon Island - Antarctica Peninsula
    Halfmoon Island - Antarctica Peninsula
  • Cuverville -  Antarctica Peninsula
    Cuverville - Antarctica Peninsula
  • Drygalski Glacier - South Georgia
    Drygalski Glacier - South Georgia
  • Harpoon - Grytviken - South Georgia
    Harpoon - Grytviken - South Georgia
  • Sounders - Falkland Islands
    Sounders - Falkland Islands
  • Foyn Harbour - Antarctica Peninsula
    Foyn Harbour - Antarctica Peninsula
  • Storm - South Polar Sea
    Storm - South Polar Sea
  • Brown Base - Antarctica Peninsula
    Brown Base - Antarctica Peninsula
  • Sailsbury Plain - South Georgia
    Sailsbury Plain - South Georgia
  • Brown Base - Antarctica Peninsula
    Brown Base - Antarctica Peninsula
  • Deception - Antarctica Peninsula
    Deception - Antarctica Peninsula
  • South Shetland - Antarctica Peninsula
    South Shetland - Antarctica Peninsula
  • Brown Base - Antarctica Peninsula
    Brown Base - Antarctica Peninsula
  • Rock Hopper  - Sounders - Falkland Islands
    Rock Hopper - Sounders - Falkland Islands
  • Wanderalbatros
    Wanderalbatros
  • Wet Contest Winner
    Wet Contest Winner
  • Brown Bluff - Antarctica Peninsula
    Brown Bluff - Antarctica Peninsula
  • Ushuaia – Calle San Martin - Argentina
    Ushuaia – Calle San Martin - Argentina
  • Ushuaia - Argentina
    Ushuaia - Argentina
  • piss off - Sounders - Falkland
    piss off - Sounders - Falkland

 

Reisewege in die Antarktis
Auf drei unterschiedlichen Wegen lässt sich die Antarktis bereisen.

Die klassischen Routen starten von Ushuaia in Argentinien, von Stanley auf den Falklandinseln oder von Punta Arenas in Chile zum 6. Kontinent. Hierbei unterscheidet man zwischen der kurzen Route, die nur zum Antarktischen Festland führt und der langen Route, bei denen die Schiffe die Falklandinseln, Südgeorgien und die antarktische Halbinsel ansteuern.

Eine andere Möglichkeit ist die Rossmeer Route, die in Freemantle und Hobart in Australien oder Christchurch auf Neuseeland beginnt. Hier beträgt die Reisezeit mit dem Schiff bis zur Antarktis fünf bis sechs Tage, statt der nur zwei Tage, auf der klassischen Route von Argentinien oder Chile.

Die dritte Möglichkeit ist mit C-130 Transportflugzeugen der chilenischen Luftwaffe direkt auf das antarktische Festland zu fliegen und von einem „Base-Camp“ per Schiff und Zodiak Ausflüge zu machen
Reisende die sehr viel Zeit und Geld haben, können vereinzelt auch an Halb-oder Vollumschiffungen um die Antarktis teilnehmen. Diese Touren dauern jedoch ein bis zwei Monate.

Reisepreis
Kurze Touren, mit dem Flugzeug oder Überfahrten, die nur das antarktische Festland erreichen, sind ab 5.000 Euro zu haben. Je nach Dauer der Fahrt und der Kabinenklasse (einfach mit oder ohne Bullauge oder Fenster oder Suite) steigen die Preise dann auf bis zu 30.000 Euro pro Person.
Einige Agenturen in Ushuaia und Punta Arenas bieten sogenannte „Last Minute“ Touren an. Dabei handelt es sich aber um eigene Kontingente, die nur scheinbar günstig sind. Wenn sie günstiger scheinen, sind es meist nur kurze Touren und bei den Kabinen kann es sich, je nach Schiffstyp, um die allseits unbeliebten Innenkabinen handeln. Wir trafen jemanden der sogar noch am Tag des Ausschiffens ein Ticket bekam. Die Agentur in Ushuaia vermietet auch Kleidung für die Antarktis Trips. Jedoch ist nichts was man in Ushuaia buchen kann günstiger als man es im Heimatland bekommen würde! Das gilt im Übrigen für alle Waren und Dienstleistungen, die es in Argentinien zu kaufen gibt.
Wir sind „Frühbucher“ und haben bei Latin Travels ein Team gefunden, das uns von Beginn an wie Freunde und Individualtouristen behandelte.

13.02.2017 – Flug von Berlin Tegel, 16:45 Uhr nach Frankfurt/M. an 17:55 Uhr, LH195. Weiter mit LH 510, Boeing 747-800 um 22:05 Uhr von Frankfurt/M. nach Buenos Aires. Ankunft Buenos Aires 08:55 Uhr (Ortszeit). Hotel Tango de Mayo Hotel  Av. de Mayo 1396.
Mehr Armut, mehr Verfall, mehr Kriminalität, mehr Polizei. Damit ist Buenos Aires aus meiner Sicht ausreichend beschrieben. Zu erwähnen wäre noch die Tatsache, dass die Inflation die Stadt nicht gerade günstiger gemacht hat. Für ein leckeres argentinisches Steak, haben wir uns das Restaurant „Chiqulin“, (Av. Sarimiento 1599)“ empfehlen lassen. Zwei 250 Gramm Steaks (die Qualität war nicht der erwartete Overkill), Pommes, eine Cola, ein Bier, und Salat macht 72,00 € inklusive Trinkgeld!

Restaurant „Ramos Generales“

Wechselkurs: 1 Euro – 16,50 argentinische Peso
Transfer:
Bus vom Flughafen in die Stadt: 10,90 €
Taxi Shuttle vom Flughafen in die Stadt: 41,20 €
Radio Taxi vom Flughafen in die Stadt: 36,40 €
Mittelklasse Hotel ab 80 € pro Nacht

14.02.2017  Weiterflug von Buenos Aires nach Ushuaia, 09:35 Uhr – 13:10 Uhr, Boeing 737-800. Eine der günstigsten Übernachtungen finden wir im Hotel „De Los Andes“ (San Martín 753, Zimmer 19 qm, 3 Sterne, 150 €). Zum zweiten Mal sind wir in der südlichsten Stadt. Ushuaia, zwischen den schneebedeckten Gipfeln der Martial-Bergkette und dem Beagle Kanal, ist Militärbasis und Ausgangspunkt für Touren in die Nationalparks und in die Antarktis.
The place to be in Ushuaia ist das Restaurant „Ramos Generales“, dessen Interieur von zwei argentinischen Künstlern gestaltet wurde. Es wird nie langweilig, zwischen alten Bügeleisen, Schreibmaschinen und rostigem Alteisen, inmitten eines internationalen Publikums abzuhängen. Die Prachtstraße Ushuaias ist die Calle San Martin. Sie durchquert die Stadt von Nord nach Süd und auf ihr reihen sich die wenigen historischen Wellblechhäuser und hunderte Restaurants, Souvenirshops, Supermärkte, Hotels und Bars aneinander. An einem halben Tag hat man Ushuaia vollends entdeckt und man kann sich dem Nationalpark „Tierra del Fuego“ und den Seevögel- und Seelöwenkolonien, die mit Ausflugsschiffen angefahren werden, widmen.

15.02. 2017  Seit Jahren frisst sich ein gewaltiger Riss durch das Larsen C-Eisschelf am Rande der antarktischen Halbinsel. Er ist 100 Meter breit und einen halben Kilometer tief. Am 15.02.2017 war es soweit. Das größte jemals registrierte Schelfeisstück, mit der neunfachen Fläche von Hamburg hat sich gelöst. Es wird nun bei seiner jahrelangen Reise in den antarktischen Strömungen langsam zerfallen und schmelzen. Die Wissenschaftler sind sich noch nicht einig, ob dies ein normaler Vorgang ist, oder ob mit diesem Ereignis der Klimawandel nun endgültig in der Antarktis angekommen ist. Dem schlimmsten Szenario zufolge, könnte die Schmelze die Meeresspiegel weltweit in einem oder zwei Jahrhunderten um drei Meter anheben.

An diesem denkwürdigen Tag chillen wir in Ushuaia. Die Wahrheit ist, wir langweilen uns zu Tode und schimmeln nur in diversen Cafés rum. Café & Bar Tante Sara, San Martin/Juan Genuveva Fadul, Café Dublin, Av. San Martin. Beide pflegen europäisches Qualitätsniveau und haben argentinische Banditenpreise. Am Nachmittag geht es dann endlich zum Hafen. Herzlich Willkommen an Bord der MV Plancius. Die erste Etappe unserer Reise führt durch den von Kapitän Fitz Roy und Charles Darwin 1834 entdeckten, wild zerklüfteten Beagle Kanal nach Osten auf den offenen Atlantik. Während das Schiff Kurs auf die Falklandinseln nimmt, folgt eine Einweisung auf die andere. Was wo, wann, wie und warum verboten oder erlaubt ist. Eine Rettungsübung auf dem Schiff und an den Rettungsbooten wird durchgeführt und dann stellen sich die Crew Mitglieder vor. Die Crew besteht aus einem bunten Nationalitätenmix. Russen, Schweden, Niederländer, Dänen, Phillipinos, Deutsche ein Argentinier und eine Französin. Bis auf den Kapitän sind es alles junge Leute zwischen 25 und 35 Jahren, die sich gut verstehen und Spaß miteinander haben. Keiner der Freelancer übt hier nur einen Beruf aus. Alle folgen ihrer Berufung und leben ihre Träume und Ideale. Das wird den entscheidenden Unterschied zwischen einer guten Reise und einer erfolgreichen Expedition ausmachen. Die Mehrheit der Passagiere  kommen aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Belgien und den USA. Rekordverdächtig sind die allein reisende 85 jährige rüstige Frau, sowie die 92 jährige Französin, die ebenfalls an allem aktiv teilnahm. Überrascht hat uns auch die Küche, die wir so nicht erwartet hatten. Ob Buffet oder al la card, die Vielfalt und die Qualität kann man unter den Bedingungen auf einem so kleinen Schiff nur als überragend bezeichnen. Nach dem Abendessen fallen wir übermüdet von der langweiligen Zeit in Ushuaia und unserer Medikation gegen Seekrankheit ins Bett.

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Buffet on the ship.

16.02.2017 Auf dem offenen Meer begann das Schiff in der Nacht an zu rollen und zu stampfen. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie, denn unsere Medikation gegen Seekrankheit scheint zu wirken. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet gehen wir an Deck und beobachten die Kapsturmvögel und die Schwarzbrauenalbatrosse, die bei ihren Runden um das Schiff so dicht vorbeisegeln, dass man die Federn zählen kann. Wer jedoch kein Ornithologe ist, wird sich auf einem Seetag langweilen. Einzige Abwechslung bringen nur das Briefing für die Zodiak Touren, die Verteilung der Gummistiefel, die wir bei jedem Landgang tragen müssen und am Nachmittag ein Fotokurs, sowie ein weiteres Briefing für die Anlandungen am folgenden Tag. Währenddessen wühlt sich das Schiff stoisch durch die Wellen des Atlantiks. Ringsumher nur tiefblaues kaltes Wasser. Wir bekommen jetzt eine Vorstellung davon, wie klein das Schiff in dieser scheinbaren Unendlichkeit des Ozeans ist. Auf der Route des Schiffes gibt es Abschnitte, an denen der Meeresgrund neun Kilometer unter dem Kiel des Schiffes liegt. In dieser Entfernung fliegen Verkehrsflugzeuge über dem Meeresspiegel!

17.02. 2017 Falklandinseln Am Morgen vor dem Frühstück schält sich die Küste der Falkland Inseln aus dem Nebel. Im Pebble Sound gesellen sich zu den Seevögeln die uns immer noch begleiten, die ersten Gruppen von Pinguinen. Nach dem Frühstück beginnen wir die erste Anlandung auf die Insel Carcas. Das bedeutet Gummistiefel anziehen, Rettungswesten anlegen und runter auf Deck 3 gehen. Dort werden die Gummistiefel in Trögen gebürstet und gespült damit auch ja keine Partikel von Insel zu Insel getragen werden, die dort nicht hingehören. Am Tag-Board müssen dann die Personen, die das Schiff verlassen oder zurückkehren ihre Karten auf Rot bzw. Grün drehen. Somit wird sichergestellt, dass niemand zurückgelassen wird. Leider ist es immer noch nebelig, es nieselt und wenn es nicht nieselt, dann regnet es in Strömen. Im Haus der Familie McGill werden uns Kaffee, Tee, Kekse und selbstgemachte Pralinen offeriert. Als der Regen nachlässt, wandern wir noch etwas über das öde Eiland, sehen verzweifelt dreinblickende Greifvögel die inzwischen so nass sind, dass ihre Federn wie Stacheln abstehen und sie nicht mehr fliegen können. Auf dem Rückweg zum Schiff sehen wir dann doch noch die ersten Magellanpinguine. So wie wir die Insel verlassen, riss der Himmel auf und die Sonne erleuchtete die Tristesse. Wir sind jetzt im Auge eines großen Sturmtiefs.

Am Nachmittag sind wir immer noch im Auge des Sturms und so können wir bei schönstem Wetter auf der Insel Sounders anlanden. Hier empfangen uns schon hunderte am Strand brütende Eselspinguine. Die kleine Insel, auf der nur vier Menschen leben, ist auch der Brutplatz von Felsen, Königs- und Eselspinguine aber auch See- und Watvögel gehören hier zu den Attraktionen. Drei Stunden stehen hier den Besuchern zur Verfügung. In der Gegenwart von hunderten von Pinguinen, sind die Begeisterung und die Ungeduld bei den Besuchern kaum noch zu bremsen. Pinguine füttern ihre Jungen, verteidigen sie gegen Greifvögel, watscheln herum, streiten sich oder reinigen sich gegenseitig das Federkleid. Es gibt hier so viel zu sehen, dass man darauf achten muss, nicht alle Speicherkarten zu verballern. Wieder auf dem Schiff, gibt es abermals ein Briefing für den nächsten Tag. „Skip the dinner and you wake up skinner“ ist heute unser Motto. Das Schiff kämpft sich durch meterhohe Wellen, es knarzt in allen Ecken und man kann sich kaum auf den Beinen halten. Die Dinge die auf den Tischen in der Kabine lagen, kollern nun durch das Zimmer. Trotz Medikation erwischt uns jetzt die Seekrankheit und wir hängen über der Toilette. Die ganze Nacht wühlt sich das Schiff durch die stürmische See und man findet kaum ein paar Stunden Schlaf. Man rutscht vom Fußende zum Kopfende, stößt dort an und rutscht mit der nächsten Welle wieder zurück.

taking pictures

18.02.2017 Stanley, Falklandinseln Wie heißt die Hauptstadt der Falklandinseln? Für die Argentinier ist es Ushuaia! Argentinische Landkarten und Publikationen untermauern dies, denn es muss zusammenwachsen was zusammen gehört! Bis dahin bleibt Stanley nur die Basis einer widerrechtlich besetzten Inselgruppe. Mit den Zodiaks setzen wir über und können dann auf eigene Faust die Stadt erkunden. Habe ich Stadt geschrieben? Stanley ist eher ein Dorf und hat außer der Kirche, dem Haus des Gouverneurs und einige wenige, im englischen Stil erbaute historische Häuser mit ihren bunten Dächern, gepflegten Gärten und englischen Pubs nicht viel zu bieten. Von den beiden Schiffswracks in der Bucht vor Stanley ist kaum etwas übrig. Das Wrack der „Lady Elisabeth“ wurde zerlegt und das andere am Ende des Ortes, ist kaum noch als solches erkennbar. Für historisch interessierte Besucher gibt es in der Stadt ein Museum, welches Eindrücke aus den ersten Jahren der englischen Besiedlung und des Falklandkrieges von 1982 vermittelt. Bei einer Windgeschwindigkeit von 72 Kilometer pro Stunde, hält sich unser Entdeckerdrang in Grenzen. Der zunehmende Wind ist dann auch der Grund, warum alle wieder zurück auf das Schiff müssen, denn mit den Zodiaks bei noch höheren Windstärken überzusetzen sei zu gefährlich. Am Nachmittag verlassen wir dann Stanley mit dem Ziel Südgeorgien. Der Sturm lässt das Schiff bedrohlich hin und her schlingern. Wassergläser, Besteck, Milchkännchen und Zuckerdosen, alles beginnt sich zu verselbständigen. Trotz dieser Widrigkeiten gelingt der Crew das Meisterstück, uns das Abendessen zu servieren. Als uns dann aber Wellen mit einer Höhe von zehn Metern treffen, scheppert es in der Küche mehrmals derart laut, dass man nur hoffen kann, dass nun überhaupt noch Teller und Tassen für die Mahlzeiten vorhanden sind. Wir sind den Pharmakonzernen so unendlich dankbar, dass es ein Medikament gegen Seekrankheit gibt. So können wir trotz des Seegangs etwas Schlaf finden.

19.02.-20.02.2017 Der Sturm hat in der Nacht etwas nachgelassen, doch grau und windig ist es immer noch. Das Tagesprogramm ist überschaubar und die Crew gibt sich alle Mühe, die Tage auf See durch Entertainment zu verkürzen. Neben den Briefings, werden Vorträge zur Geografie, zur Geschichte und zur Flora und Fauna angeboten. Die Crewmitglieder sind mehrheitlich Wissenschaftler, die dabei fundiertes Wissen praxisnah vermitteln. Wer sich dick anzieht, kann auf das Oberdeck gehen und nach Walen Ausschau halten.
Während der Nacht vom 19.02. zum 20.02. überqueren wir die antarktische Konvergenz. In der antarktischen Konvergenzzone sinkt die Wassertemperatur innerhalb weniger Stunden um fast zehn Grad. Beim Zusammenstoß der unterschiedlich warmen Strömungen werden viele Nährstoffe nach oben gespült. Ein reich gedeckter Tisch für die Seevögel der Region, wie etwa Albatrosse, Sturmvögel, Sturmschwalben, Kapsturmvögel und Skuas, die man hier häufig antrifft.
Die antarktische Konvergenzzone ist aber auch die Wetterscheide. Die Stürme die uns begleiteten wurden immer stärker. Das Abendessen am 20.02. war das reinste Chaos. Die Wellen schlugen bis an unser Fenster auf Deck vier. Die Gäste die im Bordrestaurant am Fenster saßen, kamen hin und wieder in den Genuss für einen Moment die Unterwasserwelt zu sehen und dass Restaurant liegt auf Deck drei. Als dann jedoch Gläser und Kannen ihren Inhalt auf den Schoß der Gäste entleert hatten, Teller und Bestecke auf dem Boden lagen, brach man die Veranstaltung ab. Wir legen uns dann in unsere Kojen und versuchten der Übelkeit, die uns trotz Medikation überkam, Herr zu werden. Ich habe das nicht geschafft und es ging mir erst leicht besser, als ich das Abendessen in die Toilette entlassen hatte.

Tage 21.02. – 24.02.2017  Südgeorgien Caroline hat es am nächsten Morgen, den 21.02. erwischt, als sie ein Glas Tee und einen Keks gekotzt hat. Es gab auch kein Gedränge am Frühstücksbuffet, der Speisesaal war nur halb gefüllt und es war deutlich ruhiger als sonst. Die vergangenen drei Seetage haben die Passagiere gebeutelt. Drei Tage kaum Bewegung, da auch die Außendecks gesperrt waren. Alle waren zum Nichtstun verdammt und hofften das der Sturm irgendwann mal nachlässt. Am Nachmittag kommen die schneebedeckten Gipfel von Südgeorgien in Sicht. Wir gehen auf das Oberdeck und bestaunen die Szenerie im Wechselspiel der Sonne, während der Wind versucht, uns die Kleider vom Leib zu reißen. Das „go“ für unsere erste Anlandung reißt alle aus ihrer Lethargie. Es scheint wie ein Wunder, in der Bay of Isles vor dem Salisbury Plain ist das Wasser so ruhig wie auf dem heimischen Dorfteich. Der Salisbury Plain ist die Heimat von 60.000 Paaren von Königspinguinen und von Pelzrobben. Die Luft ist erfüllt von tausendfachen Rufen der Pinguine und verdauten Fisch. Dazwischen mischt sich das Brüllen und Grunzen der Robben. Die ganze Szenerie ist ein Superlativ der Farben. Die markante Färbung der Königspinguine im Kontrast zu den braunen buschigen Jungtieren, die jungen schwarzen Pelzrobben und ihre hellbraunen Eltern. Das grüne Gras und die schneebedeckten Bergflanken von denen der Wind frostige Boten aus Eiskristallen hinunter bläst. Man kann sich kaum satt sehen an diesem so ursprünglichen und scheinbar brutalen Ort, an dem Leben und Tod so nah beieinander sind. Auch Orcas und Seeleoparden kennen diesen Ort und machen Jagd auf Robben und Pinguine. So finden sich auch überall am Strand tote Robbenbabys und Pinguine, die bis zu ihrem Hungertod auf die Rückkehr ihrer Eltern gewartet haben. Bevor der Vorhang fällt, inszeniert die Sonne einen dramatischen Sonnenuntergang wie er passender für diesen Ort nicht sein könnte. Während des Abendessens fährt das Schiff weiter in die Fortuna Bay, wo wir über Nacht vor Anker liegen.

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MV Plancius in the Stromness Bay.

22.02.2017 Es ist ein Spätsommertag in Südgeorgien. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel, während wir von der Fortuna Bay ausgehend, ein Stück des Shackleton Trails laufen. Es ist einfach unglaublich, die Sonne stralht von einem stahlblauen Himmel und die Temperaturen klettern in der Sonne auf 19 Celsius. Remember. We are in the polar region! Der Pfad führt über einen 500 Meter hohen Bergkamm, von dem aus man einen grandiosen Überblick auf die Schneebedeckten Berge und die beiden Buchten hat, wieder hinunter zur Stromness Bay. Auch hier leben Königspinguine, Eselspinguine und Robben. Zurück auf dem Schiff gibt es Mittagsbuffet und ein Briefing. Dann folgt ein Vortrag des „South Georgia Heritage Trust“. Dann schlüpfen wir wieder in unsere Gummistiefel, legen uns die Rettungswesten an und werden vor Besteigung der Zodiaks noch einmal gebrieft. Am Strand der Cumberland Bay in Grytviken werden wir dann noch einmal in alles eingewiesen, was verboten ist. Einigermaßen gut gebrieft, betreten wir Grytviken. Das für uns einzig wirklich interessante an dieser Landestelle, sind die Seeelefanten, die wir hier zum ersten Mal sehen. Die Nostalgiker bringen am Grab von Sir Ernest Shackleton einen Tost aus und kippen sich einen Schluck Fusel hinter die Binde. Wem das noch nicht genug Geschichte war, in der denkmalgeschützten Walfangstation von Grytviken gibt es eine vollständig restaurierte norwegische Kirche, ein Walfangmuseum und jede Menge Schrott aus der Zeit, in der in Südgeorgien bis 1965, 175.250 Wale getötet und verarbeitet wurden. So nebenbei tötete man noch 5.000 Roben pro Jahr. Heute wird der Ort, abgesehen von sechs Saisonarbeitern, nur noch von Robben, See-Elefanten und Pinguinen bewohnt.

Walfang heute: Japan Die japanische Walfangflotte läuft zweimal jährlich aus. Im November fährt sie meist ins antarktische Walschutzgebiet. Die Ausnahmeregelung für wissenschaftlichen Walfang erlaubt ihnen die Tötung von bis zu 1.000 Zwergwalen und 50 Finnwalen. Norwegen – setzt die Fangquote für seinen kommerziellen Walfang selbst fest. Diese Quote ist von 671 Zwergwalen im Jahr 2002 auf heute über 1.000 Tiere kontinuierlich angewachsen. Norwegen jagt heute vermehrt fortpflanzungsfähige Weibchen und könnte damit das Überleben des Zwergwals im Nordatlantik langfristig gefährden. Island nahm
2006 den kommerziellen Walfang wieder auf und tötete allein im Jahr 2010 148 gefährdete Finnwale und 60 Zwergwale. (Quelle: IFAW Internationaler Tierschutz-Fonds gGmbH)

Auf dem Achterdeck steigt am Abend eine (frozen) BBQ Party mit freien Getränken und Musik, zu der die sechs Bewohner von Grytviken ebenfalls eingeladen sind. Trotzdem dies eine willkommene Abwechslung im „on board“ Alltag ist, entschwinden wir alsbald in unsere Kabine, da Wind und Temperaturen um 5° Celsius, mit unserer Definition von Gemütlichkeit nicht kompatibel sind.

23.02.2017 In der Nacht ist das Schiff zur Godthul Bucht weitergefahren. Der erste Blick aus dem Fenster offenbart eine signifikante Wetteränderung. Es ist nebelig und schneit. Trotzdem findet wie geplant die Anlandung in der Godthul Bay statt. Die relativ kleine Bucht ist die Kinderstube der Eselspinguine, Robben und See-Elefanten. Während unseres Aufenthaltes in der Bucht wird aus Schneegriesel Regen. Nach eineinhalb Stunden sind wir komplett durchnässt und wechseln vom Strand an die Kaffee Bar.
Nach dem Mittag schlummern wir etwas in der Koje und stellen uns dann eher widerwillig zur zweiten Anlandung in der Molke Harbour an. Immer noch herrscht Schneeregen und überall zwischen den Bergflanken hängt weißer Nebel und Wolkenschleier. Es ist so unglaublich ungemütlich, die Kälte kriecht mehr und mehr in die klamme Kleidung und wir beschließen wieder an die Kaffee Bar zu wechseln. Täglich um 16:00 Uhr wird in der Lounge Kuchen serviert und man kann sich aus dem Automaten kostenlos mit Kaffee, Kakao oder Tee versorgen. Während wir Brownies essen, versuchen wir die nassen Sachen zu trocknen und warten auf das Briefing für den nächsten Tag und das Abendessen. Ist es die Langeweile zwischen den Anlandungen, ist es das nasskalte Wetter, die Dunkelheit, die Medikamente gegen Seekrankheit? Keine Ahnung, aber wir könnten den ganzen Tag schlafen.

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Cabin Fever

24.02.2017 Am Morgen liegen wir in der Bucht von Gold Harbour und die aufgehende Sonne taucht die wildromantische Küste immer wieder in magisches Licht. Die Wellen sind für eine Anlandung zu hoch und so fahren wir weiter in der Cooper Bay. Dort wird unser Schiff von Macaroni Pinguinen im Wasser regelrecht umzingelt. Aber auch hier ist eine Anlandung wegen des Wellenganges nicht möglich. Die MV Plancius fährt weiter zum Drygalsky Fjord an dessen Ende der Risting Glacier kalbt. Langsam tastet sich das Schiffdurch die enge Felsschlucht in die auch der Jenkins Glacier und der Dead End Glacier münden. Auf dem glasklaren blauen Wasser schwimmen unzählige Eisbrocken auf denen sich Robben ausruhen. Andächtige Stille herrscht in dem Fjord vor dem Gletscher. Nur das Geräusch der aneinanderstoßenden Eisbrocken ist zu hören und von Zeit zu Zeit das Donnern des Gletschers, wenn ein neuer Riss entsteht oder ein riesiger Brocken Eis in den Fjord stürzt. Nur fünfzig Meter vor dem Gletscher bleibt das Schiff stehen und der eisige Hauch des Gletschers lässt die Finger klamm und steif werden. Bald zieht man sich wieder zurück ins Innere des Schiffes und wärmt sich mit einem Glas Tee in der Hand. Am Nachmittag wird ein Zodiak-Cruise in der Bucht von Larson Harbour angeboten, an dem wir aber wegen der widrigen Wetterbedingungen nicht teilnehmen. In der Region um das legendäre Südgeorgien, hat sich wieder einmal gezeigt, wie extrem die Erwartungen, die durch Reisebeschreibungen und Bebilderungen geweckt werden, von der Realität abweichen können. Mit Kurs Südwest steuert das Schiff nun auf das Südpolarmeer.

25.02. 2017 Wieder sind wir auf See. Wer nicht den ganzen Tag an Deck stehen will, dem kann die Zeit lang werden. An Deck gibt es ab und zu verschiedenartige Seevögel zu sehen, die das Schiff begleiten. Mit etwas Glück sieht man auch seltene Antarktisvögel, wie etwa den Schneesturmvogel und die Mac Cormick Raubmöwe. Das wir auf diesem Teilstück Orcas und Finnwale sehen konnten, war besser als jeder Vogel. Mein bevorzugter Aufenthaltsort ist nun das Bett, denn ich habe mir auf dem Schiff auf dem offenbar jeder krank ist, nun auch diesen fiesen Virus eingefangen.

26.02.2017 South Orkney Inseln
Wir besuchen heute die argentinische Forschungsstation „Orcadas“ auf den Süd-Orkney-Inseln. Auf der Landzunge zwischen zwei Felseninseln, findet sich eine kleine Kolonie von Kehlstreifenpinguinen. Das freundliche Stationspersonal zeigt uns, wie man hier lebt und arbeitet. Wir genießen den Ausblick auf die umliegenden Gletscher, die jedoch recht schmuddelig aussehen. Unser Eindruck ist, dass wir eher zur Ermunterung der Orcadas Besatzung beizutragen haben, denn die leben eindeutig am ungemütlichsten und langweiligsten Ort der südlichen Hemisphäre.

27.02.2017  Kaum sind die South Orkney Inseln am Horizont entschwunden, schon zeigt Neptun was er draufhat. In der Drake Passage tobt der schlimmste Sturm den man seit langen erlebt hat und die Auswirkungen sind bis ins Süd-Polarmeer zu spüren. Der Wind schleudert Wasserberge gegen das Schiff das es nur so knallt. Inzwischen sind alle Außendecks gesperrt. Das Schiff erklimmt ächzend Wellenberge und reitet auf dem Wellenkamm für Sekunden fast bewegungslos. Dann geht es abwärts und mit einem Knall taucht das Schiff in den einen Wellenberg ein. Dann beginnt das Ganze wieder von neuem. Während der Wind ohrenbetäubend jault, finden sich die Hartgesottenen im Restaurant zusammen. Heute ist freie Tischwahl, denn ein Drittel der Passagiere bleiben in den verschiedensten Zuständen von Seekrankheit in ihren Kabinen. Auch ich habe einen neuen Freund den ich innig umarme – die Toilette. Bis etwa ein Uhr in der Nacht ändert sich an der Höllenfahrt nichts. Gegen Morgen ist der Spuk vorbei und wir können sogar mal an Deck gehen, denn dort gibt es wieder Finnwale zu sehen.

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First time on 6th continent!

Tage 28.02 – 03.03.2017 Antarktische Halbinsel  Am Morgen gibt es erste Eisberge zu sehen. Unbeschreiblich ist der Anblick der gigantischen Eisblöcke, an denen unser Schiff mit respektvollem Abstand entlang gleitet. Es herrschen zwar moderate minus vier Grad Celsius, der Wind bläst jedoch so eisig, dass es einem wie minus vierundzwanzig Grad Celsius vorkommt. Wir steuern in das Weddelmeer durch den eisträchtigen Antarctic Sound. Dann tauchen plötzlich wieder Orcas auf! Keine Handschuhe an, dass metallene Teleobjektiv in der Hand, ich glaube mir sterben die Hände ab und die Schmerzen werden unerträglich. Erst nach zwanzig Minuten im überheizten Zimmer ist es wieder besser. Auch die Schlechtwetterfront haben wir hinter uns gelassen. Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel und der Wind hörte bei der Einfahrt in die Bucht schlagartig auf zu blasen. Hier, auf der Ostseite der Antarktischen Halbinsel ankert das Schiff und wir betreten zum ersten Mal den antarktischen Kontinent. Am Strand und in den Felsen leben Gentoo Pinguine und Wedellrobben, doch die eigentliche Attraktion ist diese surreale Landschaft mit zwei kalbenden Gletschern und den vielen Eisbergen, die in der Bucht schwimmen.

01.03.2017 Während das Schiff zum Sonnenaufgang in die Bucht von Cuverville Island einläuft, wird es schon von Walen begleitet. Pinguine, die in Gruppen in der Bucht schwimmen, springen wie zur Freude aus dem Wasser, um dann für einen Moment wieder abzutauchen. Das Wasser ist fast wie ein Spiegel und am Himmel ist nicht eine Wolke zu entdecken. Zuerst gehen wir am Strand von Cuverville an Land. Hier finden sich außer den vielen Knochen verendeter Wale, Gentoo Pinguine und Robben. Die Robben sind so irre schnell im Wasser! Als ich am Strand im Wasser stehe, um Pinguine unter Wasser zu fotografieren, kommt eine Gruppe Robben auf mich zugeschossen und ich habe mich in einem Schreckmoment aus dem Wasser „gerettet“. Eineinhalb Stunden genießen wir den Strand, dessen feinste Körnung die Größe einer Faust hat.  Auf unserer Zodiak-Cruise treffen wir auf eine Gruppe von drei Buckelwalen. Das Unglaubliche, dass wir nie erwartet hätten, die Wale kommen zum Anfassen nah an die Zodiaks und verweilen dort über eine Stunde. Alle sind total geflasht und selbst die Guides, die hier schon seit Jahren unterwegs sind, haben das so noch nie erlebt. Dieses Erlebnis allein ist jeden Cent des Reisepreises wert. Genau an diesen magischen Momenten, wird der Unterschied zu anderen Schiffen festgemacht. Wir sahen genau an diesem Morgen, in dieser Bucht die „MV Sea Spirit“. Die machten zwar später, bei schlechterem Licht Anlandungen, hatten aber nicht das Event mit den Walen. Dazu braucht es noch einen Leader wie David Berg; der aus dem Eis kommt und der, wie er oft auch auf dieser Tour bewiesen hat, immer den richtigen Riecher hat. Schiffe, wie die „Le Boréal“, die wir auch an diesem Tag sahen, bieten die Antarktis Touren zu etwa gleichen Preisen an. Diese Schiffe, mit über 200 Personen an Bord, die eher Luxus in den Vordergrund stellen, können jedoch weder an kleinen Stränden anlanden, noch diese oder vergleichbare Erlebnisse mit Walen bieten. Sie werben mit Bildern von Flora und Fauna, welche die Gäste so wohl nie zu sehen bekommen!

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David Berg

Nach der Lunch Pause auf dem Schiff, fahren wir in den Fjord mit dem verheißungsvollen Namen Paradise Harbour. Hier befindet sich die argentinische Station Base Brown. Der Argentinier, der hier 1984 den vierten Winter in Folge überwintern sollte, fand es jedenfalls wenig paradiesisch und brannte die Station nieder, als er ein Schiff in der Nähe wusste. Die Besatzung des Schiffes, dass die Rauchsäule sah, rettete den verzweifelten Argentinier. Teile der Station sind in den vergangenen Jahren wieder aufgebaut worden. Inzwischen ist es so warm geworden, dass die Pinguine dem Hitzeschlag nahe, nach Schatten suchen und ihre Füße  im Wasser kühlen. Oberhalb der Station gibt es ein paar interessante Aussichtspunkte auf die Gletscherlagune und die Bucht, in der unzählige Eisberge schwimmen.
Im Zodiak gleitet man an Felsenwänden entlang, die tausend Meter hoch aufragen. Ein Schiff kann hier stoppen, doch ist keine Ankerkette lang genug den Grund zu erreichen. Dramatisch geformte, von Schnee und Eis bedeckte Gipfel, die unbezwingbar erscheinen, rahmen die Fjorde ein. Blaue Gletscher, die sich über viele Kilometer aus den Bergen zum Meer schieben, füllen die Täler dazwischen. Unvorstellbare Mengen Schnee und Eis! Da liegen auf der Kontinentalplatte mal eben zwei bis vier Kilometer Eis. Nur an den Rändern, die uns Reisenden zu sehen vergönnt sind, werden diese Bergeketten teilweise sichtbar. Eisstürme würden uns erfrieren und Gletscherspalten uns von der Oberfläche tilgen. So tödlich diese Landschaft für Menschen ist, so surreal schön ist sie und wir müssen uns eingestehen, sie mit Worten nicht beschreiben zu können. So versuchen wir in Bildern zu dokumentieren was wir sehen, wissend, dass die Bilder nur ein fahler Abklatsch dessen sind, was die Natur hier an Formen, Farben und Dimensionen aufbietet.  An diesem Punkt entsteht eine Kluft zwischen den Menschen die es erlebt haben und dem Rest. Das Ausrufezeichen hinter diesem Tag setzt ein Sonnenuntergang mit einem der sehr seltenen „Arch-Eisberge“. Das war zu viel für einen Tag und unter der Flut der Eindrücke kann ich lange nicht einschlafen.

02.03.2017  Einen Lipstick Sunrise erleben wir in der Bucht von Enterprise Island. In der Bucht Portal Point in der hunderte von malerischen Eisbergen treiben, entdecken wir beim Zodiak cruisen sogar einen See-Leoparden. So viel Glück ist schon fast unheimlich. Das Schiff gleitet weiter durch die Eiswelt nach Foyn Harbour. Während des fast dreistündigen Zodiak Cruises nach dem Lunch, treffen wir auf drei verschiedene Gruppen von Buckelwalen die sich jedoch nicht für unsere Zodiaks interessieren und diesen eher fern bleiben wollen. Sie fischen in Gruppen nach Krill und kleinen Fischen, während die Zodiaks versuchen sie irgendwo beim Auftauchen aus der Nähe zu erwischen. Es erinnert sehr an die Geschichte von Hase und Igelund wirkt schon etwas absurd. Zwischendurch besichtigen wir noch das beeindruckende Wrack des Walfangschiffes „Guvernoren“, dass hier 1915 während eines Brandes auf Grund gesetzt wurde.In der Nähe liegen noch zwei hölzerne Beiboote, die hier in diesem Klima bis heute gut erhalten sind. Am Abend inszenieren Wolken und Sonne einen dramatischen Sonnenuntergang, der wirkt als ging es darum noch einmal alle Farbschattierungen zu zeigen, die die Antarktis aufbieten kann. Ein Abschied wie ein letzter Akkord.

03.03.2017 – South Shetland Die Sonne färbt um 5:30 Uhr am Morgen noch einmal die immer dichter werdende Wolkendecke. Wir haben South Shetland erreicht. Die steil aufragenden Granittürme von Half Moon Island sind Brutstätte für 7.000 Zügelpinguine, für Pelzrobben und Riesensturmvögel. Das Landschaftsbild ist auch hier geprägt von den hohen vergletscherten Bergen, die so typisch für die Antarktis sind. Leider haben wir uns gestern Abend von dem traumhaften arktischen Sommerwetter verabschiedet. Heute herrscht ganz normales antarktisches Wetter und alles liegt unter einer grauen Wolkendecke. Am Strand beobachten wir, wie ein Seeleopard 50 Meter vom Strand entfernt, im Wasser einen Pinguin fängt und in maulgerechte Häppchen zerfetzt.

Die letzte Station ist Deception Island, wo sich das Schiff durch eine spektakuläre enge Einfahrt bei Neptune’s Bellow tastet. Steile Felswände markieren die Einfahrt in das Innere des versunkenen Kraters des aktiven Vulkans Deception.  Auf der hufeisenförmigen Vulkaninsel, die den versunkenen Krater umschließt, befindet sich die verlassene Walfangstation Whalers Bay. Am schwarzen Strand blubbert es an einigen Stellen aus dem Sand. Dampf wabert über dem Wasser und es riecht nach Schwefel. Hier versammeln sich Pelzrobben und einige Eselspinguine machen hier Pause. Die Mutigen unter den Passagieren gehen hier nahe der heißen Quellen baden. Zum Ende des Tages zeigt sich auch noch einmal die Sonne. Doch nichts kann die vergangenen Tage in der Antarktis toppen. Keine Reise, die wir je gemacht haben und noch machen werden, wird mit der unglaublichen Schönheit der Landschaft und den Erlebnissen mit der Tierwelt vergleichbar sein. Während wir beim Abendessen sitzen, schwimmen wieder drei Buckelwale am Fenster vorbei und vielen entlockt es wieder ein spontanes „ohhh“ oder „ahhh“. Einfach fantastisch!

04.03. – 05.03.2017 – Shake or Lake?
Für die Fahrt von der antarktischen Halbinsel nach Ushuaia, benötigt ein Schiff eineinhalb Tage. Warum auf unserer Tour dafür zweieinhalb Tage dafür angesetzt wurden, haben wir erst verstanden als wir die Geschichte des Schwesterschiffes, der MV Ortelius hörten. Das Schiff geriet auf der Rückfahrt von der antarktischen Halbinsel nach Ushuaia in so einen schweren Sturm, dass es zweitweise nur mit einem Knoten vorankam. Der Wind drückte es immer wieder zurück Richtung Antarktis. Nicht genug, dass die meisten Passagiere seekrank wurden, die Überfahrt dauerte vier Tage und alle verpassten ihre Flüge. Da am Tag der Ankunft in Ushuaia auch gleich die nächste Tour startet, verschob sich diese auch um zwei Tage. Wir haben Glück. Die Drake Passage ist so ruhig, dass man meinen könnte den Rhein runterzuschippern. Am Vormittag des 05.03. 2017 erreichen wir Kap Horn. Das stand zwar nicht auf dem Reiseplan, aber wenn wir schon mal so viel Zeit haben, kann das ja auch noch gleich mit erschlagen werden. Die Passagiere freuen sich über die Abwechslung, stehen an der Reling und machen Bilder von sich mit der unscheinbaren Felsenkette im Hintergrund. Die Chilenen erlauben dem Schiff nur die Annäherung auf drei Seemeilen. Nun sind es nur noch etwa 200 Kilometer bis nach Ushuaia.
Seit ein paar Tagen leiden wir unter „Cabin Fever“. 19 Tage auf einem kleinen Schiff ertragen wir nun  nur noch unter Qualen. So lecker uns die Mahlzeiten am Anfang vorkamen, jetzt können wir den Geschmack einfach nicht mehr ertragen. Schlimmer noch ist das Wasser aus der Meerwasseraufbereitung. Es schmeckt salzig und nach eingeschlafenen Füßen. Da auch Tee und der Kaffee aus dem Automaten damit zubereitet wird, können wir auch das nicht mehr trinken. Für temporäre Abwechslung im Mund sorgen Cola, Fanta und Bier.
Am Nachmittag steigt dann die „Goodbye Party“ mit der Crew und dem Kapitän. Auf so einem kleinen Schiff hat das schon so etwas Familiäres. David Berg erzählt von seiner Grönlanddurchquerung. Der Bordfotograf zeigt die Impressionen der Reise, die Foto Competition wird ausgewertet und es gibt Häppchen und schöngeistige Getränke for free.

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all for our own safety

06.03.2017 Ausschiffung in Ushuaia
Wir erreichen den Hafen von Ushuaia um 7.00 Uhr am Morgen. Nach dem Frühstück werden wir dann noch mit Knuddeln und Drücken von der Expeditionscrew verabschiedet, dann bringt uns ein Bus zum Flughafen wo wir noch viereinhalb Stunden auf den Weiterflug nach Buenos Aires warten. Das erste was wir auf dem Flughafen kaufen ist Wasser und Schokolade. Frisches sauberes Wasser – was für ein Geschmackserlebnis! In Buenos Aires verabschieden wir uns dann überschwänglich von Terrie und Tammie, den beiden Amerikanern, mit denen wir drei Wochen an einem Tisch gesessen haben und die von Buenos Aires weiter nach Atlanta fliegen. Wir übernachten noch einmal im Hotel Tango de Mayo, dass über eine Dachterrasse verfügt. Dort oben genießen wir den Sonnenuntergang, leckere Burger aus dem Restaurant Mostaza und die Happy Hour der  Hotelbar.

07.03. 2017  Wir fahren nach La Boca, dem Touri-Tango Zirkus in Buenos Aires. Vertane Zeit! Die Manege öffnet erst ab Mittag. Dann kommen die Darsteller und hunderte Touristen mit Bussen um ein „echtes Stück Buenos Aires“ zu erleben. In Buenos Aires sind wir nun schon zum vierten Mal und es ist nicht unsere Stadt. Besonders die Kriminalität und das damit einhergehende Gefühl sich überall umsehen und vorsehen zu müssen, verleidet einem den Aufenthalt und nimmt die Lust auf Unternehmungen. Selbst die Einwohner von Buenos Aires sind genervt von der Kriminalität. Die Hälfte der Menschen auf den Straßen tragen ihre Rucksäcke vorn oder halten die Tasche vor den Bauch. Die andere Hälfte trifft andere Vorsichtsmaßnahmen oder sind Opfer. Wir haben einfach keine Lust mehr auf Buenos Aires und fahren am Mittag zum Flughafen.

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