USA 2008 – Boston – New Hampshire – New York

BOSTON 

Horrorgeschichten werden über die Einreiseprozeduren in die USA erzählt. Alles Geschichten von gestern! Es geht so entspannt zu wie in allen anderen Ländern, vorausgesetzt man wird als unscheinbarer und harmloser Tourist wahrgenommen. Man füllt im Flugzeug einfach eine Einreise- und eine Zollerklärung aus. Ab 01.02.2009 ist noch einen vorherige Anmeldung beim Heimatschutzbund Pflicht. Selbst wenn ich die Idee mit einem Che Guevara T-Shirt einzureisen umgesetzt hätte, wäre wahrscheinlich nichts passiert. Diese werden in China gefertigt und in den USA verkauft. Die Einreisekontrollen hinter uns, bringt uns ein Bus Pendel zur Autovermietung und liefert uns dort auf 10 Grad Celsius runtergekühlt ab. Mehrere dieser Busse kreisen anscheinend den ganzen Tag zwischen den Autovermietern und dem Airport. Dabei spielt es offenbar keine Rolle ob eines dieser  klimatisierten Saurier besetzt ist oder nicht. Ganz in diesem Geist wird ein breitbereifter 260 PS starker GMC Koloss für die nächste Woche unser Begleiter in New Hampshire sein. Bevor wir nach New Hampshire fahren verbringen wir zwei Tage zum Eingewöhnen in Boston.

Die überschwängliche Begeisterung für amerikanische Städte können wir wenig teilen. Auch der im Reiseführer gelobte „Freedom Trail“ gerät zu einem acht Kilometer Gewaltmarsch durch die Stadt ohne wirklich eindrucksvolle Momente. In Little Italy geraten wir in eine Prozession deren Bedeutung uns verschlossen bleibt. Dabei wird, begleitet von einer Blaskapelle, von der Kirche aus ein riesiger Berg Dollarnoten durch die Straßen getragen. Vielleicht eine analoge Überweisung für Lehmann Brothers. Auffallend ist in Boston, dass die alte Gebäudestruktur der Hafen und Fabrikanlagen, die bis heute zum Teil noch vorhanden ist , bis auf wenige Ausnahmen beräumt wurde und wird. Die Stadt hat inzwischen das uniforme Gesicht der in Beton gegossenen Monumente einer boomenden Wirtschaft, wie sie rund um den Globus zu finden sind. Selbst das alte Hafenbecken mit dem Teeschiff ist inzwischen von einer nur für Autos nutzbaren Betonbrücke überspannt. Das Teeschiff wurde nach Nirgendwo weggeschleppt.

Ein Abstecher zur Haward Universtity ist sicher empfehlenswert, macht uns aber nicht intelligenter. Vielleicht liegt es daran, dass alle Bereiche durch Zugangscodes und entsprechende Kartensysteme gesichert sind.

Amerika USA Boston New Hampshire New York Mount Washington Cog Rail

Omni Mount Washington Resort vormals Mount Washington Hotel – Tagungsort der Bretton Woods Konferenz.

NEW HAMPSHIRE – WIEGE DER USA  Inzwischen trägt wohl jedes Nummernschild in Amerika den, für den jeweiligen Bundesstaat typischen Slogan. Der Slogan des Granit State New Hampshire ist „Live free or die“. Warum kann man nur mutmaßen. Vermutlich weil New Hampshire 1776 als erste Kolonie eine Regierung bildete und eine Verfassung verabschiedete. Allerdings gab Großbritannien seine Ansprüche erst 1836 auf.

Von Boston kommend ist Conway das Tor zu den Wäldern und Seen New Hampshires. Hotels wechseln sich mit Sommerhäusern rund um den Lake Winnipesaukee ab. In der Saison kann man mit der historischen MS Mount Washington über den See kreuzen, mit der Winnipesaukee Scenic Railroad am Ufer des Sees entlangfahren oder mit dem „Notch Train“ der Conway Scenic Railroad bis nach Fabyan Station fahren. Von dort führt eine romantische Landstraße etwa fünf Meilen bis zur Base Station der Mount Washington Cog Railway. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine der wohl größten Attraktionen in New Hampshire.

Ohrenbetäubendes Bullern, die Luft vibriert. Man meint ein Schnellzug gezogen von einer majestätischen Dampflokomotive nähert sich in atemberaubendes Tempo dem eigenen Standort. Kaum versteht man sein eigenes Wort. Das Personal auf der Lokomotive trägt Gehörschutz. Die Maschine hüllt sich in Dampf, während sie eine grauschwarze Qualmsäule in den Himmel bläst. In Schrittgeschwindigkeit schiebt eine kleine filigrane Dampflokomotive einen orangen Wagen auf einer abenteuerlichen Holzkonstruktion den Berg hinauf.
An der steilsten Stelle der Strecke sitzen die Fahrgäste in der vordersten Reihe vier Meter höher als jene in der letzten Reihe.

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Mt. Washington Cog Rail

Seit 1869 kann man den mit 1.916 Meter  höchsten Berg im Osten der USA bequem per Bahn bezwingen. Dabei werden zwischen der Marchfield Station und Mt. Washington Summit 1.100 Höhenmeter auf nur 4,5 Kilometern überwunden. Ein einstündiges Erlebnis das in jedem Fall auch Menschen ohne Bahn Affinität begeistert.

Die Mount Washington Cog Railway geizt nicht mit Superlativen. Am 3. Juli 1869 eröffnet, ist sie die älteste und steilste Zahnradbahn der Welt. Die älteste der neun vorhandenen Vierzylinder-Zahnraddampflokomotiven wurde 1875 gebaut und steht noch immer im Einsatz.
Die Bahn war schon immer eine rein touristisch genutzte Bahn und ist in Hinblick auf den Zustand und Betrieb nicht mit einer Museumsbahn zu verwechseln.  In der Saison verlassen bis zu neun Züge ab 9:00 Uhr die Marchfield Station. Die Fahrkarten kosten stolze aber gerechtfertigte 59 Dollar. Immerhin müssen von diesen Einnahmen die wartungsaufwendigen und überalterten Lokomotiven und Wagen instand gehalten werden. Gänzlich unamerikanisch ist der Wagen, der nur mäßig gepolsterte enge Sitzreihen bietet.
Im Winter friert man mit Sicherheit an den dünnen unisolierten Wagonwänden fest. Heizung, Klimaanlage, Licht, Getränkeautomat – Fehlanzeige.

Nachdem der Bremser einige Worte zur Geschichte der Bahn gesagt und betont hat, dass es noch nie einen nennenswerten Unfall gegeben hat, setzt sich das Zweiergespann zischend in Bewegung. Gleich hinter der Basisstation wird ein Gebirgsbach gekreuzt und die Bahn taucht in das unendliche Grün der ausgedehnten Wälder New Hampshires. Karrend und ächzend wankt der Personenwagen über das bis zu sieben Meter hohe Holzgerüst, welches den Bahndamm bildet. Das Rattern der Zahnräder, die sich in die Zahnstange stemmen, ist bis in die vorderste Reihe zu hören. Von diesen exponierten Plätzen haben wir die beste Sicht auf die vor uns steil ansteigende Strecke. In Sichtweite der Base Station passieret der Zug das steilste Stück.

Am Ende der Rampe, wo aus dem Fenster kein Gleis mehr zu sehen ist,  hat man den Eindruck die Lok schöbe den Wagen geradewegs in die Wolken. Nach zwanzig minütigem Anstieg erreicht das Bähnlein die Ausweichstelle und Wasserstation „Waumbek Tank „. Erst seit 1941 gibt es die Ausweichstelle. Davor mussten die Passagiere zweimal umsteigen.
Am Wasserturm frischt die kleine Lokomotive ihre Wasservorräte auf, denn eine Tonne Kohle und 3700 Liter Wasser werden für Hin- und Rückfahrt benötigt. Heute ist diese Ausweichstelle halbautomatisch und die Weichen werden vom Lokomotivführer per Knopfdruck bedient.

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Jacob´s Ladder

Nach dem Wasserhalt an der Ausweichstelle, an dem ab Mittag auch Züge kreuzen, müht sich die Hundertjährige wieder in die Steigung. Bellend lassen die vier kleinen Zylinder Maschine und Gleise erbeben und tauchen die Maschine in eine Wolke aus Dampf. Etwa hundert Meter nach dem Ende der Ausweichstelle passiert der Zug das „Half House“ und wenig später die Baumgrenze. Die schönste Stelle der Strecke ist der Anstieg nach dem Halfhouse und „Jacob´s Ladder“. Diese mit Stahlträgern stabilisierte Holzkonstruktion bietet nicht nur eine schöne Aussicht sondern ist auch das beste Fotomotiv der Strecke. Hier befindet sich auch die Baumgrenze und die Felsen werden nur noch von kniehohen Gehölzen, Farn und Moss bedeckt. Weitere zwanzig Minuten vergehen bis der Zug die zweite Ausweichstelle kurz vor dem Gipfel erreicht. Hier kann der erste Zug durchfahren, nur noch wenige hundert Meter sind es bis zur Endstation.

Es ist gewollt , dass die Fahrgäste mit dem Zug zurückfahren mit dem sie gekommen sind. Jedoch ist es grundsätzlich möglich auch einen späteren Zug zu nehmen. Man muss dann jedoch damit rechnen, im Gang oder auf der Plattform sitzen zu müssen. Die 30 Minuten  die man normalerweise auf dem Gipfel verbringt, können ein unvergessliches Erlebnis sein oder die Erfahrung wie unangenehm es ist  sich mit einem T-Shirt bekleidet einem arktischen Sturm entgegenzustellen. Wir erfuhren beide Extreme. An einem klaren Tag soll man bis zum Atlantik sehen können, was ich bei einer Entfernung von 120 Klometern allerdings bezweifele. Aber auch  ohne Atlantikblick ist die Aussicht bei schönem Wetter  atemberaubend und man sollte überlegen zu Fuß zurückzugehen.

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Mt. Washington Summit

Der „Worst Case“ ist, wenn die Wolken hinunter bis zur Talstation kriechen, es aus ihnen nieselt und der Gipfel von heftigem Wind gepeitscht wird. Der stärkste je gemessene Sturm weltweit peitschte im April 1934  mit 372 Stundenkilometern über dem Gipfel. Im Winter 1868/69 wurde eine Schneehöhe von 14,30 Meter gemessen. Die Wetterlage kann in Minuten wechseln und ist der Grund das ohne Unterbrechung seit 1854 eine Wetter- und Forschungsstation betrieben wird. Klimatisch ist man auf dem Gipfel 1300 Kilometer nach Norden versetzt und der Boden des Gipfels ist bis zu 60 Meter tief gefroren. Es vergeht kein Jahr in dem der Berg das Leben wenigstens eines Wanderers fordert. Nicht wenige davon waren erfahrene Bergwanderer.

Sollte man dass zweifelhafte Vergnügen haben, bei  schlechtem Wetter vom Zugpersonal auf dem Gipfel ausgesetzt zu werden, gibt es die Möglichkeit im Restaurant warme Getränke oder Speisen zu konsumieren, den Souveniershop zu plündern, eine Postkarte vom Gipfelpostamt an die Lieben daheim zu versenden oder das Museum zu besuchen, dass aber außer einiger beeindruckender Bilder und einem Film in Endlosschleife nicht viel zu bieten hat. Der Film ist inspiriert von „Dinner for One“ wobei der nicht ganz ernsthafte Versuch unternommen wird, bei einer Windgeschwindigkeit von etwa 150 km/h ein Frühstück zu servieren. Meine Freundin konnte sich vor Lachen nicht halten. Wie auch immer man sich entscheidet, die „Eisenbahn zum Mond“, passender finde ich „Railway to Haven“ lässt auch die Tafahrt zu einem Erlebniss werden.

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full steam ahead

You wanna going down? schreit der Bremser und die Fahrgäste antworten irritiert und noch nicht im Chor. You wanna going down? schreit er so laut er kann und die Fahrgäste schreien zurück “ We wanna going down!“ Der Bremser brüllt dem Lokführer ein Kommando zu und die Fuhre rollt talwärts. Nach wenigen hundert Metern bleibt der Zug in der Steigung stehen und drückt zurück in die Ausweichstelle. Mit lautem Pfeifen kündigt sich der bergwärts fahrende Zug an. Hat er die Ausweichstelle passiert, springt der Bremser wieder aus dem Zug rennt zurück zur Weiche. An der komplexen technischen Konstruktion mit Zahnstange müssen neun schwere Klappmechanismen betätigt werden um die Richtung zu wechseln. Als hätte er seit seiner Kindheit nie etwas anderes getan, legt der Bremser die Gleise und Zahnstangen in einer Geschwindigkeit um die man nicht glauben kann.
Das Hin- und Herspringen wirkt fast wie ein Tanz. Ein Tanz mit dem Stahl. Eine gute Tanzchoreografie. Als er wieder auf den Wagon springt, entbrennt frenetischer Jubel und die Fahrgäste klatschen. Über die Bergkuppe hinweg entzieht sich der Wagen mit der gut gelaunten Gruppe dem Blick aber lange noch hört man die beiden Lokomotiven keuchen.

Wer diese einmalige Eisenbahn und seine Mitarbeiter nicht finanziell unterstützen möchte, weil er lieber Abgase in den Wald blasen und ein paar Dollar sparen möchte der kann für 25 Dollar und von einer CD beschallt in einem SUV die Mount Washington Auto Road nutzen. Im Winterhalbjahr können viele Straßen im Norden der USA nur mit Mühe freigehalten werden. Schon Anfang September standen viele Autos mit montiertem Schneepflug bereit. Dabei wird im Winter auch viel Salz eingesetzt. Dabei reden sich die Bewohner ein, die Elche brauchen das Salz und es fragt sich wie die Elche früher ohne das von Menschen ausgestreute Salz überleben konnten.
Diese 1861 eröffnete, von Gen. David O Macomber geplante und zum Teil gebaute Straße, machte die White Mountains gemeinsam mit der Bahn zur Touristenattraktion. Das berühmteste Hotel ist das 1902 erbaute Mount Washington Hotel, in dem im Juli 1944 die Konferenz von Bretton Woods stattfand. Diese Konferenz gilt als Gründung der Weltbank und des IWF. Das imposante Gebäude dominiert den Ort der Ausgangspunkt für Wanderungen und den Wintersport ist. Günstiger übernachtet man im Bretton Arms Inn oder in Privatquartieren die man in den Markets erfragen kann.

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Empire Street Work

NEW YORK „I wanna wake up in a city, that doesnt sleep And find Im king of the hill – top of the heap New York New York“, sang einst Frank Sinatra und daran hat sich bis heute kaum etwas geändert.

Was sich geändert hat ist, dass zumindest die New Yorker Sicherheitskräfte unter totaler Paranoia leiden und in allem eine potenzielle Bedrohung sehen.
Fast ununterbrochen heulen Sirenen von Feuerwehren und Polizeiautos durch die Straßen, an jeder Ecke stehen Polizei und Sicherheitskräfte, am U-Bahnhof WTC sogar Soldaten mit Panzerwesten und Maschinenpistolen.
In den U-Bahnen hängen Plakate die verkünden: „Im letzten Jahr haben 1.944 Menschen etwas verdächtiges gehört oder gesehen und gemeldet. „Achte auf alles und traue nur Dir selbst.“ Die Fähren und Touristenschiffe auf dem Hudson und werden von bis zu zwei Booten der Küstenwache begleitet, wobei einer der Besatzungsmitglieder vorn in martialischer Pose hinter dem großkalibrigen Maschinegewehr in Stellung ist.
Auch das Fotografieren besonders mit Stativ ist problematisch. Die Palette reicht von freundlichem Bitten dies zu unterlassen, bis hin zu Verhaftungen. Obwohl es immer wieder gelingt auf dem „Top of the Rock“ ein Stativ hochzuschmuggeln, wird Aufbau und Nutzung meist strickt unterbunden. Für ganz New York City gilt prinzipiell: Knipsen erlaubt – fotografieren verboten!

Zu empfehlen ist NYC besonders für Gehörlose und für Menschen die durch eine unglückliche Fügung des Schicksals ihren Geruchsinn verloren haben. Während in den meisten bisher von uns besuchten Großstädten der Lärmpegel das Maß des Erträglichen zumindest erreichte, so ist er in NYC zu jeder Tageszeit überschritten.
LKW s bekommen scheinbar nur eine Zulassung, wenn sie beim Anfahren den Lärmpegel eines Düsenjets erreichen und es kann vorkommen, dass man sich an einer Kreuzung stehend unterhält und plötzlich nur noch wahrnimmt wie der Gesprächspartner die Lippen bewegt, weil zwei Meter entfernt ein LKW oder Bus anfährt. Wo man in anderen Städten, in Räumen oder Parks, ein Hintergrundrauschen des Verkehrs vernimmt, so sind es in NYC die Schallwellen von Baumaschinen und dem unablässigen Verkehr die sich durch die Baumreihen des Central Parks ihren Weg bahnen. Liegt man nachts auf dem Kopfkissen, im klimatisierten abgeschotteten Hotelzimmer, in der 13. Etage, so dringt ein tiefes Dröhnen und Vibrieren an das Ohr. Es ist als würde die Stadt durch eine riesige stählerne Maschine unter der Erde angetrieben und der Film „Metropolis“ kommt einen in den Sinn.

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Queensboro Bridge

Genug über Lärm, es gibt auch schönes in NYC. Zum Beispiel die Gerüste. Gehen sie nie achtlos an einem eingerüsteten Gebäude vorüber, es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Sehenswürdigkeit. St. Patricks Cathedral, die Uhr vor den Flat Iron, die Eingangshalle des Empire, Wall Street, Plaza Hotel (Stand Mitte September 2008) und viele andere Gebäude sind eingerüstet.
Wenn sie die Freiheitstatue besteigen möchten melden sie sich bitte eine Woche vorher über ein Internetformular an.
Vor der Statue ist seit Jahren schon ein Zelt aufgebaut, in dem wie auf einem Flughafen genaueste Kontrollen und Durchleuchtungen durchgeführt werden aber offenbar traut man seinem eigenen Sicherheitswahn nicht. Denn selbst wenn man zu den Auserwählten gehört denen die Ehre zu Teil wird dieses Heiligtum zu betreten, der muss beispielsweise seinen bestrahlten Fotorucksack in einem Schließfach deponieren. Alles dient nur ihrer Sicherheit!
Ganz ungehindert dürfen dagegen die hunderten von Designer und Markenstores fotografiert und besucht werden. Da sieht man nicht selten Menschen die nach dem Motto „Schaut mal wo ich einkaufe“ die Läden nur fotografieren. Wer keinen eigenen Geschmack und Selbstbewusstsein, jedoch genug Kleingeld hat wertet sich hier auf. Des Kaisers neue Kleider bieten aber auch Abercrombi & Fitch oder Ed Hardy, die Kleidung made in Taiwan, Vietnam, China oder den Philippinen in teils unglaublich schlechter Qualität feilbieten. Trotz allem verfallen viele in einen Kaufrausch.
Nicht das die Waren ein vernünftiges Preis- Leistungsverhältnis hätten, sie sind nur eben nicht so maßlos überteuert wie in Europa. Eine „Alternative“ ist der Markt der an manchen Sonnabenden in der Avenue of Americas abgehalten wird.
Hier bekommt man die „Designerware“ für wenige Dollar. In der Folge sieht man in den Straßen dickliche Mädchen, die zu verwaschenen unfreiwillig bauchfreien Tops, gefakte Yve Saint Laurant Taschen, eine Dior Sonnenbrille und ihre neuen weißen Laufschuhe tragen. Egal wie bunt und unpassend zusammengestellt. Egal wie lächerlich. Hauptsache Marke und wenn es ein Fake ist.

Obwohl wir in sechs Tagen sicher 60 -70 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben und das zehnfache mit der Subway, so bewegten wir uns doch fast ausschließlich nur in New York City. Abstecher machten wir nur nach Queens, Coney Island und natürlich rüber nach Staten Island. Das ist schade, den New York besteht natürlich aus mehr als nur den touristischen Hot Spots. Der Grund für die Existenz und die beispiellose Entwicklung dieser Stadt liegt in der besonderen Lage am Meer begründet.
Obwohl ab 1811 die Felseninsel Manhattan per Beschluss durch ein rasterförmiges Straßennetz erschlossen wurde, begann der eigentliche Aufstieg der Stadt mit der Fertigstellung des Eriekanals 1825. Dieser verband New York mit den Großen Seen und dem Mittleren Westen, wodurch New York über Nacht zum größten Warenumschlagplatz und Hafen an der Ostküste wurde. Heute spielt sich das Hafengeschehen abseits der Metropole ab. Zwischen Pier 54 und Pier 59 ist heute ein schwimmender Golfplatz, ein kleines Einkaufscenter und eine kleine Fotogallery zum Gedenken an die Opfer des Titanic Unglücks. Am Pier 54 legte am 18.April 1912 die Carpathia mit 705 Überlebenden an. Die Titanic selbst sollte am Pier 59 anlegen.

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WTC

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Ein Erlebnis der anderen Art ist Subway fahren. Natürlich sind auch die U-Bahnzüge lauter als man es erwartet.
Warum es so viele Thriller gibt, die als Drehort die New Yorker Subway nutzten, wird in den dunklen Katakomben schnell klar. Die Decken sind oft so schwarz, als wären die Züge mit Dampflokomotiven bespannt. Wasser läuft von Wänden und steht zwischen den Gleisen. Heruntergekommene Labyrinthe, verschmutzte Gänge und Bahnsteige auf denen die Mülleimer überquellen. Auf manchen Stationen scheinen 40 Grad Celsius zu herrschen, denn man schwitzt auch wenn man sich nicht bewegt. Dann kommt der klimatisierte Zug und in seinem Innern wird man sofort schockgefrostet. An den schmierigen Griffstangen existieren sicher auch Bakterienkulturen die bis heute unentdeckt sind. Es Bedarf in jedem Fall eines starken Immunsystems, wenn man den Temperaturschwankungen sowie den Vierenangriffen, den man in den Tunnelsystemen unter der Stadt ausgesetzt ist, widerstehen will. In einem der Treppenaufgänge entdeckte ich ein Graffitty „Stop Immigration“ und uns wird bewusst, dass sich auch hier Menschen durch Zuwanderung bedroht fühlen. Es ist fast schon grotesk, dass sich in einer Stadt wie dieser, die ausschließlich aus Einwanderern besteht, solch ein Spruch findet.

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