USA 2004 – ZU GAST BEI FREUNDEN

USA Amerika Auslandstagebuch minnesota minneapolis twin cities st paul Ich stehe am Einreise-Counter des O’Hare International Airport in Chicago.  „Why so long ? „, fragt mich der  Mann von der Homeland Security. Wir starren uns an…
Er nimmt seinen Ring ab und spielt damit gelangweilt auf dem Pult des Einreiseschalters.
Vor fünf Minuten begann das Spiel mit der Frage: „Why do you stay three month in the United States ?“
Eine Weltmacht demonstriert schon bei der Einreise, dass Besucher sich ihrem „American Way of Life“ unter zu ordnen haben, wenn sie denn willkommen sein möchten.
„When start you study on the university?“
“ …is starting in january….I´m just on vacation!“
„Why three month ? “
Als ich schon mehr als genervt bin fällt es mir ein: “ I don´t wanna work in the USA…never ever!  Kaum wahrnehmbar werden seine Gesichtszüge freundlicher und wenig später darf ich die Neue Welt betreten. Mein erster Weg in Amerika führt mich zur Handgepäckkontrolle für den Flug Chicago – Minneapolis. Der Weg zum Gate führt durch einen schier endlosen Gang an dessen Decke ein Lichtspiel für Kurzweile sorgen soll, während man von Weichspülmusik beschallt wird.
Es klingt eigenartig aber hier habe ich zum ersten Mal das Gefühl in Amerika zu sein.

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Hamlake

Mit einem  Thunderbird, werde ich von Mark und Kathy abgeholt. Sie sind meine Gasteltern für die nächsten Monate. Stilecht  fahren wir mit einem Ford Thunderbird die Stunde bis nach Ham Lake. Ich werde sehr herzlich empfangen. So herzlich, wie man es der Zeit, da es leichte Dissonanzen zwischen Deutschland und den USA gibt, nicht erwarten würde.

Es ist genau wie man es sich vorstellt. Einfachheit und Bequemlichkeit sind die Grundsätze die den Alltag zu bestimmen scheinen. Zwar sind die Zimmer kleiner als erwartet, dafür gibt es aber unzählige  Räume auf drei Etagen. Jedes der Zimmer verfügt über einem Fernseher,  von denen ich im Haus neun zähle.

Fertig gebratene und eingeschweißte tote Hühner wären heute mein Mittag geworden, wenn ich es nicht geschafft hätte mich gegen Kathy durchzusetzen. Mit Eisbergsalat, Gurken, Bananen, Weintrauben und Wasa beginnt nun in der Küche eine zeitlich begrenzte Revolution. Die Tradition der abendlichen Riesenpizza lässt sich nicht brechen. Was man nicht schafft wird in eine Tüte gestopft……für morgen.

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Oreo-Pizza

Auf der Fahrt durch die Umbebung fallen immer wieder die riesigen Suburban´s und Pick Up´s auf die hier fast jeder sein Eigen nennt.
Hier, wo die Wohngebietsstrassen so breit sind wie unsere Bundesstrassen, wo man auf den Parkplätzen immer die Qual der Wahl hat und wo eine Gallone Benzin (3,7Liter) 1,76 Dollar kosten, kann auch ich mich der Faszination den diese Stahlmonster ausüben nicht entziehen.
Doch bei einem Benzinverbrauch von 25 Liter auf 100 km wird solch ein automobiler Traum  in Deutschland schnell zum Albtraum.

Wir fahren jetzt wohl an dem 2087´sten plattgefahrenen Waschbären vorbei.
Wahrscheinlich suchen sie, angelockt durch den Müll der aus den Autofenstern entsorgt wird, nach Essbarem und sind dabei unvorsichtig.
Sie wirken wie ausgestopfte Tiere in einem Museum die umgefallen sind. Auf dem Rücken liegen sie am Straßenrand und warten auf die Aasfresser.

Shopping ist in Amerika nicht unbedingt das was man in unseren Breiten darunter versteht. Durch Einkaufspassagen oder Strassen schlendern auf der Suche nach Dingen die geschmackvoll wie hochwertig sind mag für Europäer vielleicht interessant sein doch hier folgt Shopping anderen Prämissen. Big, great deal and cheap! Somit ist „Wall Mart“ ein Shpopping-paradise nicht nur für food sondern auch für Kleidung und alles andere.

Mein Wunsch eine Flasche Kanadischen Whiskey als Mitbringsel zu erwerben, ist nur für Insider leicht zu lösen. Es gibt spezielle Läden in denen alkoholische Getränke verkauft werden, wobei die Vorschriften der Vorlage der Identy-Card auch bei Kunden die das einundzwanzigste Lebensjahr schon lange hinter sich haben vehement durchgesetzt werden. Auch beim Kauf von Zigaretten muss die Identy-Card vorgelegt werden und die Kasse öffnet sich erst nachdem das Geburtsdatum eingegeben wurde. Ich habe meine nicht dabei und so muss mein amerikanischer Freund die Flasche kaufen, darf sie mir aber erst außer Sichtweite des Ladenbesitzers aushändigen.

USA Amerika Auslandstagebuch minnesota minneapolis twin cities st paul Unvergesslich bleiben mir vor allem meine drei Flugstunden. Der Lärmpegel eines Flugzeugs scheint sich jedoch umgekehrt proportional zu seiner Größe zu verhalten. Man ist für die Kopfhörer die dem Funkverkehr dienen, schon nach kurzer Zeit sehr dankbar. Vielleicht liegt es daran, dass mein Magen an der Faszination des Fliegens nur bedingt teilhaben konnte.
Er rebellierte schon nach kurzer Zeit mit zunehmender Übelkeit, die so nachhaltig war, dass mir beim Betrachten des Videos sofort wieder übel wurde und ich seit dem nicht mehr sehen konnte.

In Ham Lake halten wir an einem „Garage Sale“. Zumindest hier gibt es sehr viele davon.
Sie haben feste Öffnungszeiten und scheinen in dieser Kleinstadtidylle eine Attraktion zu sein.
Viele Einwohner haben ihren Lieblings garage store in dem sie immer wieder stöbern.

Vermutlich ist ein Garage Sale eine Art des socializing, welcher das Zusammengehörigkeitsgefühl in er Gemeinde fördert.

Leider habe ich mir nur Zeit für einen Trip nach Las Vegas genommen. Nun ja, Ham Lake ist auch nicht der beste Ausgangspunkt für Trips durch die Vereinigten Staaten und zu den amerikanischen Traumzielen. Hin und Rückflug mit Hotelübernachtung von Montag bis Freitag für 324 Dollar, da kann man auch schlecht NEIN sagen. Eine Stadt mitten in der Mojave Wüste: grell, glitzernd, gigantisch! Las Vegas, ein Vergnügungs-Mekka im Bundesstaat Nevada. Spielen, shoppen, sonnenbaden in gigantischen Hotels  Stars und Sternchen in Shows live erleben oder Elvis-Doubles auf der Straße entdecken. Sehenswürdigkeiten aus der ganzen Welt konzentriert auf sechseinhalb Kilometern. Eine unglaubliche Reizüberflutung mit Sounds, Farben, und Neonlichtern. Rein ins Vergnügen heisst: „Rauf auf den „Strip“. Der Strip ist die berühmteste Straße in Las Vegas, ein Teil des Las Vegas Boulevards.

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Zu spaciger Musik landen die Außerirdischen in Down Town Las Vegas – zumindest an diesem Abend in der Freemont Street.

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Venetian Resort Hotel

Kurztrip für Null Dollar nach Italien.

Künstlicher See im Innen- und Aussenbereich des Hotels Venicen.
Wenige wissen, dass ein Europäer etwa 126 Liter Wasser pro Tag verbraucht. Dies erscheint schon viel aber nicht wenn man erfährt, dass ein Amerikaner im Durchschnitt 376 Liter Trinkwasser verbraucht.

Der kalifornischen Stadt San Diego droht schon heute der Wassernotstand. Die großen Aquädukte sind überfordert, niemand will auf Wasserrechte verzichten und das Wasser ist bis zum letzten Tropfen verplant. Im Westen der USA tobt ein Krieg ums Wasser. Bis zu 700 Kilometer lange Aquädukte versorgen die Südkalifornier mit Wasser.
Aber nicht nur hier, sondern auch im sonstigen Südwesten der USA wächst die Bevölkerung überdurchschnittlich schnell an – schneller als neue Aquädukte gebaut werden können. Falls sie überhaupt politisch durchsetzbar sind, denn inzwischen wollen alle Staaten ihr Wasser für sich behalten. Mehrere regenarme Jahre in Folge demonstrieren den Menschen schon heute, womit sie in Zukunft rechnen müssen.
Doch die Botschaft wird nicht ernst genug genommen. „Wasser ist Leben“ predigen die Wasserversorger. Der Wasserspiegel am Hoover Staudamm sinkt unaufhaltsam, doch den Ernst der Lage werden viele Amerikaner erst begreifen, wenn der Wasserhahn nichts mehr hergibt und der Swimmingpool unbezahlbar wird.*
Die Bevölkerung der USA macht sechs Prozent der Weltbevölkerung aus, verbraucht aber sechzig Prozent aller Recourcen. Zum Beispiel essen die Amerikaner pro Tag etwa 73.000 Quadratmeter Pizza.

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Venetian Resort Hotel

Spontan heiraten ohne Aufgebot, nur mit dem Reisepass für 49 Dollar – inklusive Urkunde, Bildern, Ringen und Elvis.

Quellen:
*Quelle: Armin E. Möller/ WDR 2004
mein Reisetagebuch

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